Freitag, 5. August 2016

Aktuell! Samstag, 6. August 2016: Offene Druckwerkstatt




Morgen Samstag, 6. August 2016 - von 14 bis 17 Uhr - empfangen Gesellen der Gilde Gutenberg Besucherinnen und Besucher in ihrer Druckwerkstatt im Keller der Burg Maur am Greifensee. In anschaulicher Weise erhalten Sie Informationen über die revolutionäre Erfindung des Johannes Gutenberg und den Buchdruck.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und spannende Kontakte.



Der Kultur-Besuch in der Burg Maur lohnt sich sowieso, weil im Haus weitere kulturelle Kostbarkeiten zu besichtigen sind:

Herrliberger-Sammlung

Umfasst Druckgrafik und Verlagswerke des Zürcher Kupferstechers und Buchverlegers David Herrliberger (1697 -1777), der als letzter Gerichtsherr von Maur 1749 - 1777 in der Burg residierte, und weitere Erzeugnisse von Zürcher Buchdruck, Buchillustration und Druckgrafik des 16. bis 19. Jahrhunderts.

Salomon-Kabinett

Gezeigt werden Gemälde und Porträts von Oberst Salomon Landolt (1741 - 1818), dem Gründer des Zürcherischen Jägercorps von Scharfschützen und legendären Landvogt von Greifensee 1780 - 1786, sowie Zeichnungen und Buchillustrationen von Salomon Gessner (1730 - 1788), dem berühmten Dichter und Maler der Idylle.

Kunstkammer in der Burg

Hier finden regelmässig Wechselausstellungen statt. Zurzeit - bis September 2016 - präsentiert die Ausstellung unter dem Titel "Raritet! Schöni Raritet! Ausrufer und Guckkasten" erstrangige Bilddokumente internationaler Ausrufer vom 16. zum 21. Jahrhundert.

Weitere Informationen: www.museenmaur.ch





Montag, 4. Juli 2016

Rhinocerus - ein Nachtrag zur Gessner-Ausstellung

Wie unter dem Titel "Drucken wie im 16. Jahrhundert - ein Erfolg" in diesem Blog berichtet, demonstrierte die Gilde Gutenberg mit einer Spindeldruckpresse in der Ausstellung im Landesmuseum, wie zu Zeiten Conrad Gessners im 16. Jahrhundert gedruckt wurde. Alle Besucher erhielten einen frisch hergestellten Einblattdruck mit dem Nashorn aus Gessners Tierbuch (s. unten).

Zu diesem Sujet, das eine Schöpfung von Albrecht Dürer ist und Gessner zur Nutzung überlassen wurde, findet sich in der freien Enzyklopädie Wikipedia eine interessante Beschreibung, die wir den Blog-Leserinnen und -Lesern nicht vorenthalten möchten:

"Rhinocerus ist der Titel eines grafischen Werkes von Albrecht Dürer aus dem Jahre 1515. Der Holzschnitt stellt ein aus Indien stammendes Panzernashorn dar, das 1515 nach Lissabon gelangt war und von dort noch im selben Jahr auf die Reise nach Rom geschickt wurde, wo es 1516 ausgestopft ankam. Dürer hatte das Nashorn selbst nie gesehen; der Holzschnitt basierte auf einer Beschreibung und der Skizze eines unbekannten Künstlers, der das Tier in Augenschein genommen hatte."

Das waren noch Künstler!

Donnerstag, 30. Juni 2016

Samstag, 2. Juli 2016: Offene Druckwerkstatt

Wie immer am 1. Samstag des Monats, sind am nächsten

Samstag, 2. Juli 2016, von 14 bis 17 Uhr

Mitglieder der Gilde Gutenberg präsent, um interessierte Besucherinnen und Besucher in der Druckwerkstatt im Keller der Burg Maur zu empfangen.


Die Museen Burg Maur am Greifensee umfassen die David-Herrliberger-Sammlung, das Salomon-Kabinett, die Kunstkammer sowie die Buchdruckwerkstatt Gilde Gutenberg und eine Kupferstecher-Werkstatt.
In der Druckwerkstatt sind neben Bleisatzschriften als Prunkstück ein Drucktiegel aus dem Jahr 1895 und eine Kupferdruckpresse sowie die dazu gehörenden Werkzeuge zu sehen. Gilde-Mitglieder demonstrieren interessierten Besucherinnen und Besuchern Handsatz und Buchdruck wie zu Gutenbergs Zeiten.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
 
 

Drucken wie im 16. Jahrhundert - ein Erfolg!

Nun ist sie also vorbei, die Ausstellung zum 500. Geburtstag des Zürcher Universalgelehrten Conrad Gessner, die von Mitte März 2016 bis zum 19. Juni 2016 im Landesmuseum stattfand.

Universalgelehrter

Conrad Gessner war ein vielseitig tätiger Gelehrter, Fachleute urteilen, er sei einer der bedeutendsten der Schweiz. In seiner Arbeit stufte er eigene Naturbeobachtungen höher ein, als überlieferte Erkenntnisse. Gessner hatte auch ein überdurchschnittliches Zeichentalent, deshalb war er nicht darauf angewiesen, für seine Buchillustrationen professionelle Künstler zu beauftragen. Diese Qualität der Darstellung in seinen Veröffentlichungen unterschied ihn von seinen Fachkollegen. Dennoch verwendete er verschiedentlich auch Zeichnungen von anderen Künstlern, wie z.B. das von Albrecht Dürer gezeichnete Nashorn in Gessners „Thierbuch“.

 
Jede Besucherin, jeder Besucher erhielt einen individuell auf der Spindeldruckpresse angefertigten Einblattdruck mit dem Nashorn aus Gessners "Thierbuch".



Gessner war ein Vielschreiber, er verfasste zahlreiche Schriften und Bücher. Das gab Arbeit für die in der Frühzeit des Buchdrucks gegründeten Druckereibetriebe. In Zürich war es der erste Buchdrucker dieser Stadt – Christoph Froschauer – der fast alle Werke von Conrad Gessner druckte.



Gespannte Zuhörerinnen und Zuhörer wollen genau wissen, wie das Setzen von Hand funktioniert.

Drucken wie zu Gessners Zeiten
Das brachte die Leitung der Gessner-Ausstellung auf die geniale Idee, neben dem Wissenschaftler und Autor Conrad Gessner auch das Druckhandwerk des 16. Jahrhunderts in der gleichen Ausstellung zu präsentieren. Darum erhielt die Gilde Gutenberg die Aufgabe, den Museumsbesuchern zu zeigen, wie zu Zeiten Gessners mit der hölzernen Spindeldruckpresse gedruckt wurde. Jeweils sonntags waren Mitglieder der Gilde Gutenberg anwesend und informierten und instruierten die Besucher über das damals praktizierte Drucken.


Times beim spannenden Vortrag über die geniale Erfindung Gutenbergs: Die bewegliche Letter aus Blei.

Begeisterte Besucher
Rückblickend kann festgehalten werden: Das Museumspublikum war durchwegs begeistert über die Vorführungen des Handwerks aus der Frühzeit des Buchdrucks. Für zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus allen Kontinenten dieser Welt – nicht nur aus Europa – ist Gutenberg ein Begriff und sie freuten sich, mit  handfesten Vorführungen dessen geniale Erfindungen erklärt und vorgeführt zu bekommen. Für die Mitglieder der Gilde war diese Museumsarbeit eine reichhaltige Erfahrung, die zahlreiche Begegnungen und Gespräche mit Menschen brachten, denen die Bedeutung der Gutenbergschen Erfindungen für die Entwicklung der modernen Informationsgesellschaft bewusst gemacht werden konnte. Für die Gilde Gutenberg ist diese Aktion nach 20 Jahren Bestehen gleichzeitig Bestätigung und Aufforderung, in ihrem Bestreben aktiv zu bleiben, die Erinnerung an die epochale Erfindung des Buchdrucks  wach zu halten.

Frosch instruiert den Nachwuchs an der Spindeldruckpresse, das Fortbestehen des Handwerks ist gesichert.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Aktuell: Der Gilde-Stamm 30. Juni 2016

Immer am letzten Donnerstag im Monat (ohne Juli) treffen sich die Mitglieder der Gilde Gutenberg zum Stamm. Da sitzen wir in gemütlicher Runde zusammen und fachsimpeln über Gutenberg, über Gott und die Welt und was uns sonst noch bewegt.

Das nächste Treffen:

Donnerstag, 30. Juni 2016, ab 18.00 Uhr
Ristorante Ciao / Luigi, Weinbergstrasse 26, 8001 Zürich

Samstag, 4. Juni 2016

Christoph Froschauer - Homage an den ersten Zürcher Drucker

Hans Rüegger (1465 bis 1517) war im damaligen Zürich Pflastersteinsetzer und Brunnenmeister. Ab 1503 engagierte er sich aber auch im Druckergewerbe, indem er gelernte Drucker anstellte, die für ihn eine Druckerei führten.

Ein Bayer kommt nach Zürich

Im Jahr 1515 stellte er Christoph Froschauer (1490 bis 1564) ein, der für ihn im Niederdorf eine Druckerei betrieb . Froschauer stammte aus dem bayrischen Altötting und erlernte das Druckereihandwerk in Augsburg. Er war tüchtig und baute Hans Rüeggers Druckerei zu einer beachteten Offizin aus. Nach dem Tod Hans Rüeggers übernahm er den  Betrieb und heiratete 1517 dessen Witwe. 1519 erhielt Froschauer des Stadtzürcher Bürgerrecht.


Portrait von Christoph Froschauer (1490 bis 1564). Wandgemälde am Orell Füssli Hauptsitz in Zürich-Wiedikon. Die Firma  Orell Füssli führt ihre Anfänge auf die Druckerei von Christoph Froschauer zurück.
Erfolgreicher Drucker

Auch im 16. Jahrhundert gab es Beispiele von erfolgreicher Karriereplanung. Durch seinen Status erhielt Froschauer Druckaufträge vom Stadtstaat Zürich. Der Zürcher Universalgelehrte Conrad Gessner - der ein fleissiger Autor war - gehörte zu den Kunden der Offizin Froschauer. Er druckte bedeutende Werke, z.B. von Erasmus von Rotterdam, von Luther und Zwingli und war damit ein bedeutender Förderer der Reformation. Somit hatte Zürich den ersten erfolgreichen Drucker in der Frühzeit des Buchdrucks.

Ein Jubiläum für den ersten Zürcher Drucker?

2015 war es 500 Jahre her, dass Christoph Froschauer nach Zürich kam. 2017 werden es 500 Jahre her sein, dass Froschauer den Grundstein zu seiner erfolgreichen Zürcher Druckerei legte und seinen Ruf als erster Zürcher Drucker begründete.

Mal schauen, ob das offizielle Zürich von 2017 diese Ereignisse zum Anlass nimmt, um den ersten Zürcher Drucker angemessen zu würdigen, zum Beispiel im Rahmen des Jubiläums "500 Jahre Reformation".

 
Der Froschauer-Brunnen steht heute zwischen Predigerplatz und Zähringerplatz.

Froschaugasse

In den Häusern an der Kleinen Brunngasse befand sich das Frauenkloster St. Verena. Nach dessen Aufhebung und dem Verkauf der Gebäude an Christoph Froschauer wurden diese mit dem Namen "Zur Froschau" benannt.  Am Ende des Areals stand der kleine "Züblibrunnen". Für den Handwerksbetrieb war die Kapazität des Brunnens zu niedrig, so dass Froschauer eine eigene Wasserversorgung baute, die sowohl technisch wie auch künstlerisch herausragend war. Er liess zur Bekrönung des Brunnens von einem Steinmetz sein Druckerzeichen meisseln: ein riesiger Frosch, auf dem ein Junge mit einem Fähnchen reitet.
(Quellen: Wikipedia / Schweizer Sammler / Historisches Lexikon der Schweiz / Stadt Zürich)

Mittwoch, 1. Juni 2016

4. Juni 2016: Offene Druckwerkstatt

Wie immer am 1. Samstag im Monat, sind am kommenden 4. Juni 2016 Mitglieder der Gilde Gutenberg vor Ort, um interessierte Besucherinnen und Besucher in der Druckwerkstatt im Keller der Burg Maur zu empfangen.

Gelernte Setzer und Drucker informieren in der Druckwerkstatt über die Geheimnisse der schwarzen Kunst.
Die Besucher erhalten Informationen über die revolutionäre Erfindung von Johannes Gutenberg - die beweglichen und wieder verwendbaren Blei-Buchstaben.

"Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert. Und mehr als das Blei in der Flinte das Blei im Setzkasten."               Georg Christoph Lichtenberg

Und wie recht er hatte, der Herr Lichtenberg. Mit der Erfindung Gutenbergs war Information nicht länger ein Privileg von Oberschichten, immer breitere Bevölkerungsschichten konnten sich das grosse Wissen aneignen.

Im Zeitalter von Smartphone und Internet bietet der Besuch in der Druckwerkstatt auf anschauliche Weise spannende Fakten und Hinweise zu den frühen Anfängen der Kommunikations-Gesellschaft.

Wir freuen uns auf ein Treffen am 5. Juni 2016 in der Druckwerkstatt Burg Maur.